Die Spenden

2015 geht der Erlös zu 100% an jugendliche Flüchtlinge

Im letzten Jahr haben wir über 3.000€ für die Münchener Flüchtlingshilfe-Organisation Refugio e.V. gesammelt. Dieses Jahr gehen unsere Spenden an das „Haus 2“ des hpkj – eine Erstaufnahmeeinrichtung der heilpädagogisch-therapeutischen Kinder und Jugendhilfe e.V. für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Spenden können ganz einfach über das Spendentool auf unserer Zum Spendentool auf der Startseite getätigt werden.

Infos zum „Haus 2“ des hpkj & Interview mit Einrichtungsleiterin Eva Pauly

"Haus 2" des hpkj - Hilfe für unbegleitete minderjärige Flüchtlinge

„Haus 2“ des hpkj – Hilfe für unbegleitete minderjärige Flüchtlinge

Das „Haus 2“ des hpkj in Kürze:

So ist die Einrichtung gegliedert:

–   2 Mädchenwohngruppen (Altersspanne 7-17 Jahre)
–   2 Jungenwohngruppen (Altersspanne 6-14)
–   1 Kurzzeitunterbringung für begleitete Kinder und Jugendliche bei Ausfall der Betreuungsperson durch Krankheit o.ä. Altersspanne 0-14)

Diese Angebote gibt es:

–   psychologische und sozialpädagogische Betreuung
–   verschiedene Freizeitangebote
–   regelmäßiger Deutschunterricht

Dafür werden Spenden benötigt:

–   Gesundheitsleistungen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden (Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie)
–   Freizeitaktivitäten (Eintrittsgelder, Bastel-, Arbeitsmaterialien)

Die Jüngsten sind gerade einmal 7 Jahre

Es ist eine Mammutaufgabe für die Jugendämter: 30.000 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge werden bis Ende 2015 in Deutschland erwartet. Die meisten von ihnen sind traumatisiert, sie benötigen besondere Betreuung und Förderung. Der Heilpädagogisch-psychotherapeutische Kinder- und Jugendhilfe e.V. in München, kurz hpkj, bietet im „Haus 2“ insgesamt 95 Kindern und Jugendlichen ein vorübergehendes Zuhause. Ein Gespräch mit Einrichtungsleiterin Eva Pauly.

Frau Pauly, Kinder und Jugendliche haben laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht darauf, dem Kindeswohl entsprechend untergebracht, versorgt und betreut zu werden. Was bedeutet das in Bezug auf Ihre Einrichtung?

Unsere Wohngruppen werden rund um die Uhr betreut, das heißt, dass tagsüber Psychologen, Sozialpädagogen, aber auch Ethnologen, Sprachmittler, Arbeitstherapeuten und Deutschlehrer für die Kinder und Jugendlichen da sind. Die Nachtschicht übernimmt ein Hilfsdienst. Aus der Erfahrung wissen wir, dass die Jugendlichen ungern alleine schlafen, deshalb sind sie in Drei- bis Sechsbettzimmern untergebracht. Außerdem gibt es verschiedene Gruppen- und Aufenthaltsräume.

Für welche Anschaffungen benötigen die Kinder und Jugendlichen in Ihrer Einrichtung derzeit Spenden?

In erster Linie verwenden wir Spendengelder für Gesundheitsleistungen, die nicht von den Krankenkassen übernommen und damit auch nicht vom Jugendamt refinanziert werden. Das sind zum Beispiel Brillen, Zahnersatz oder Physiotherapie bei orthopädischen Problemen. Viele Jugendliche haben, wenn sie bei uns ankommen, monatelange Fußmärsche hinter sich, bei manchen wurden Wunden oder sogar Knochenbrüche nur unzureichend behandelt. Ein weiterer Punkt, für den wir auf zusätzliche finanzielle Mittel angewiesen sind, sind Freizeitaktivitäten. Wir bieten zum Beispiel einen Fahrradworkshop an, wir basteln einmal in der Woche gemeinsam Longboards, wir malen, spielen Fußball, oder machen Ausflüge. Da München keine ganz günstige Stadt ist, kostet das natürlich auch alles.

Warum ist es so wichtig, den Kindern eine strukturierte Freizeitgestaltung anzubieten?

Die Jugendlichen in unserem Haus sind mehr oder weniger alle traumatisiert.

Durch einen geregelten Alltag und anregende Beschäftigungen bekommen sie wieder Halt und Sicherheit. Unser Ansatz ist es, durch Struktur und vertraute Routine psychischen Problemen vorzubeugen, denn, nicht jeder, der etwas Traumatisches erlebt hat, muss auch zwingend an einer Traumafolgestörung erkranken. Deshalb ist ein geregelter Tagesablauf besonders wichtig. Das bedeutet, dass es neben festen Essenszeiten und täglichem Deutschunterricht eben auch einen festen Platz für regelmäßige Freizeitangebote gibt.

Wie macht sich eine Traumafolgestörung bei Kindern bemerkbar?

Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und ähnliches sind sehr häufig, ebenso Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit. Manche reagieren aggressiv auf laute Geräusche, andere bekommen Panikattacken in Form von Atemnot oder ähnlichem, andere wiederum fallen in frühkindliche Entwicklungsstufen zurück und fangen wieder an einzunässen. Was auch häufig vorkommt, sind sogenannte Intrusionen, das muss man sich wie eine Art „Flashback“ vorstellen, der die Betroffenen immer wieder traumatische Situationen im Kopf durchleben lässt.

Welche Hilfe bieten Sie diesen traumatisierten Kindern?

Neben dem strukturierten Alltag, den wir den Kindern bieten, gibt es über unseren psychologischen Fachdienst immer wieder sogenannte Psychoedukationsgruppen. Dort lernen die Jugendlichen, ihre Symptome einzuordnen. Allein die Erkenntnis, dass sie nicht verrückt sind, kann oft schon eine große Entlastung sein. In den Gruppen bekommen sie eine Art Notfallkoffer in Form bestimmter Übungen an die Hand gegeben, die sie selbst anwenden können, etwa Konzentrationstechniken, mit denen man Panikattacken entgegenwirken kann. Außerdem machen wir regelmäßig Einzelgespräche, in denen sie jederzeit über Erlebtes sprechen können. Wir versuchen hier aber keinen Druck auszuüben. In der Regel fangen die Jugendlichen nach einer Weile von selbst an, sehr detailliert über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Wäre es nicht besser, die besonders jungen Kinder in Familien, anstatt in Wohngruppen unterzubringen?

Wir haben sehr junge Kinder, die jüngsten sind derzeit sieben Jahre, aber selbst die wollen in der Regel eher in Gruppen mit anderen Kindern wohnen, statt in Pflegefamilien. Viele haben die Befürchtung, dort isoliert zu sein, während sie in der Gruppe auf Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen treffen und sich vor allem anfangs besser verständigen können. Trotzdem gibt es auch hin und wieder Jugendliche, die sich vorstellen können, in einer Pflegefamilie zu leben. Wenn wir von Seiten des Jugendamtes entsprechende Anfragen bekommen und gleichzeitig Jugendliche haben, die dazu bereit sind, vermitteln wir diese natürlich auch.

Gelingt es Ihnen als Betreuungsperson immer eine professionelle Distanz zu Ihren Schützlingen zu halten?

In der Regel ja, aber natürlich gibt es auch mal Ausnahmen. Davon kann man sich nicht ganz frei machen, das packt einen manchmal und tut an der ein oder anderen Stelle auch mal weh. Aber wir können das gut kompensieren über Supervisionen und den Austausch mit Kollegen. Ich denke, gerade in unserem Bereich lässt sich auch über das Soll der richtigen Beziehung zwischen Betreuer und Schützling streiten. Wenn ein Kind weint, ist es manchmal auch wichtig, es einfach in den Arm zu nehmen.

Passiert so etwas denn häufig?

Zum Glück nicht – man darf sich das nicht so vorstellen, dass bei uns nur Trübsal geblasen wird. Die Jugendlichen haben es bis hierher geschafft und das bescheinigt ihnen ja schon per se einen starken Charakter und einen großen Überlebenswillen. Diese Kinder bringen wahnsinnig viel Energie, Ressourcen und Qualitäten mit, von denen auch wir viel lernen können. Sie würden sich wundern, wie viel bei uns im Haus gelacht wird, die Gesamtstimmung ist zum Glück alles andere als traurig.

Vanessa Schmidt, Freie Autorin

 

 

Die Spenden 2014

Wir wollen eine Menge Spaß mit Euch beim Recording haben und gleichzeitig zur Spende für Flüchtlinge aufrufen. Der Spendenaufruf geschieht beim Event und auch nach dem Event über unsere Seite Singend-Gutes-tun.de. Mit dem Projekt sammeln wir

Spenden für die Münchener Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, Irak, Afghanistan und der Ukraine

Die Idee zu „Singend Gutes tun“ entstand in einem Karaoke-Kreis aus Freunden, die sich aus dem Studium und der Arbeit im Online Marketing kennen. Als wir eines Abends auch Songs wie „Amazing grace“ und „We are the world“ sangen, entstand die Idee zur Charity-Aktion. Wir dachten uns: Warum sollen wir uns immer nur in einem geschlossen Kreis zum Singen treffen, wenn wir damit auch etwas Gutes tun können?

Das war im August 2014. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt verschärften sich in München die Zustände in der Bayernkaserne und im Erstaufnahmelager Zirndorf. Beiden waren hoffnungslos überfüllt und mehr als doppelt so voll als sie hätten sein dürfen. Später sollten dort sogar die Masern ausbrechen. In Zirndorf demonstrierten sie sogar gegen die unmenschlichen Bedingungen.

Die Flüchtlinge
die in München ankommen, haben oft nichts bei sich außer einer kleinen Reisetasche und dem, was sie am Leib tragen. Es fehlt ihnen praktisch an allem wie z. B. passender Kleidung. Sie müssen stundenlang um Essen anstehen. Das Bayerische Rote Kreuz sprach damals von einer „humanitären Katastrophe“ und rief die Bayerische Staatsregierung auf, sofort Hilfe zu leisten.

Der Flüchtlingsrat Bayern prangerte in seinem Forderungskatalog vom Oktober ebenfalls die aktuelle, dramatische Situation an, machte aber auch auf grundsätzliche Probleme in der bayerischen Flüchtlingspolitik aufmerksam: Warum ist es den Flüchtlingen untersagt, privat zu wohnen? Es gibt quasi keine Möglichkeit für sie, schnell und unbürokratisch aus dem Aufnahmelager auszuziehen. Warum werden die Flüchtlinge bei der sozialen Wohnungsbaupolitik nicht als feste Größe in die Planung einbezogen?

Die Regierung
hat inzwischen reagiert und möchte das starre, unflexible Lagersystem, das oft eine mehrjährige Unterbringung in Flüchtlingslagern vorsieht, verändern. Zugunsten einer neuen zentralen Erstaufnahmeeinrichtung („Ankunftszentrum“) und mehrerer dezentraler Erstaufnahmeeinrichtungen, damit es nicht mehr zu Überbelegungen bzw. Unterversorgungen kommen kann.

Es ist klar, dass eine Unterbringung in einem solchen „Massenlager“ kein Dauerzustand sein darf. Zukünftig sollen die Asylbewerber dort lediglich medizinisch untersucht werden, bevor festgelegt wird, welchem Standort, sie zugeordnet werden. Dieser befindet sich entweder in einem bayerischen Regierungsbezirk oder in einem anderen umliegenden Bundesland.

Seit dem 17.11. ist die Bayernkaserne wieder offen und hat auch wieder Platz für Flüchtlinge. Das liegt unter anderem daran, dass Standorte wie die Kreisstadt Kelheim Kapazitäten für 50 Flüchtlinge geschaffen haben. Aber auch, wenn sich die Situation in den Aufnahmelagern zu entspannen scheint, sieht die Zukunft für künftige Flüchtlinge in Bayern düster aus.

Was Viele nicht ahnen

Es ist den Flüchtlingen seit dem Dublin-Abkommen quasi gar nicht mehr möglich, auf eine Weise nach Deutschland zu fliehen, mit der sie rechtlichen Anspruch auf Asyl hätten. Ihre Fluchtwege sind meist sehr gefährlich und manchmal schaffen es nicht alle Familienmitglieder, gleichzeitig über die Grenze nach Deutschland. Und die, die es tun, schaffen es nur unter größten Entbehrungen und landen mitunter mit einer posttraumatischen Belastungsstörung in der Heckscher Klinik München.

In Deutschland erwartet sie dann eine Endlosschleife aus kurzfristigen Verlängerungen und Duldungen. Von offizieller Seite bekommen sie nur das Allernötigste zur Verfügung gestellt und darüber hinaus das, was Hilfsorganisationen wie Refugio leisten.

Refugio
unterstützt seit 20 Jahren in München Menschen, die aufgrund von Folter, politischer Verfolgung oder kriegerischen Konflikten ihr Herkunftsland verlassen mussten und in Deutschland im Exil leben. Die besondere Aufmerksamkeit gilt der Situation von Flüchtlingskindern. Die Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder von REFUGIO München macht Kunst, Kultur und Phantasie dort möglich, wo ihnen unsere Gesellschaft sonst keinen Platz einräumt – in den Gemeinschaftsunterkünften und Containerlagern für Flüchtlinge. Zur Finanzierung und Ausstattung der Gruppen ist Refugio auf Spenden angewiesen.

Um Refugio bei seiner Arbeit zu unterstützen und auf die deutschlandweite Flüchtlingsproblematik hinzuweisen, spielen wir den Song „We are the world“ neu ein und rufen alle, die Refugios Arbeit unterstützen möchten, auf, zu spenden.

Nadine Ebert

 

Spenden könnt ihr über das Spendetool der Stiftung Sonnenseite auf der Startseite oder ganz klassisch per Überweisung an:

Stiftung Sonnenseite
Konto: 9898000
BLZ : 70020500
Bank für Sozialwirtschaft bzw. für Unternehmensspenden
IBAN DE81700205000009898000 / BIC BFSWDE33MUE
Kennwort: Spende SGT

Ein Gedanke zu „Die Spenden

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